Donnerstag, 28. April 2011

Das letzte Drittel bricht an!


Es ist fast Anfang Mai, der Sommer hier in Semiliguda wird immer unangenehmer und die groben Pläne für die letzten 4 Monate meines Indien-Jahres stehen größtenteils.

Erst aber noch mal kurz zu den letzten Wochen. Es war nicht sonderlich viel los und wir alle haben die meiste Zeit auf dem Campus verbracht, wo jeder sich irgendwie kleine Aufgaben gesucht hat. Eine Woche hab ich allerdings auch noch in Chikalmari verbracht, das Dorf, in dem ich schon mal einen Monat gelebt habe. Dieses mal war ich ganz alleine und habe die Woche sehr genossen, endlich mal wieder raus aus dem Campusleben und auch mal etwas Abstand zu den anderen. Dort hab ich, wie bei meinem ersten Aufenthalt, zusammen mit 6-7 anderen Jungen in einem Haus gepennt. Grundsätzlich hab ich die meiste Zeit mit den 15 bis 20-jährigen Jungen im Dorf verbracht. Mit denen zusammen habe ich unter anderem einen halben Tag Straßenarbeiten gemacht(bei 40°C Steine per Hand auf eine Erdpiste schmeißen – sehr hart), etwas Kuvi(Stammessprache) gelernt und einfach den Alltag(Waschen, Kochen, Spielen, etc.) mitgelebt. Mein Verhältnis zu den Dorfbewohnern hat sich insgesamt echt noch mal intensiviert und ich werd noch oft an die Zeit zurückdenken. Zum Glück habe ich aber noch ein wenig Zeit und ich plane noch mal ein bis zwei Wochen wieder hinzufahren. Eine Sache, die allerdings nicht so gut gelaufen ist, ist das Trinken von Solop(Palmensaft, weiß, schmeckt ganz gut und enthält etwas Alkohol), der einfach durch Töpfe an den Enden abgeschnittener Äste von den Bäumen abgezapft wird. Insgesamt hab ich drei mal davon getrunken. Die ersten beiden male jeweils zwei Gläser, von denen ich eigentlich nicht viel gemerkt habe. Beim dritten mal habe ich allerdings alles in allem einen Liter getrunken, worauf mein Magen am nächsten Tag gar nicht gut zu sprechen war. So war mir den ganzen Tag schlecht und abends hatte ich auch leichtes Fieber, das zum Glück am nächsten Tag weg war. Doch die Magenprobleme haben sich hartnäckig einige tage gehalten und deshalb bin ich, obwohl ich eigentlich noch einige Tage bleiben wollte, schon am Freitag, den 22.4 wieder zurück zum Campus gefahren. Mittlerweile geht’s wieder besser und ich hoffe, ich bleibe für die letzten Monate gesund.

Das letzte Drittel meine Jahres sieht in etwa so aus: Vom ersten Mai an kommen Jakob und Zino für einige Tage zu Besuch, zwei Freiwillige aus Südindien. Am 4. kommen dann auch noch zwei Mädels. Alle 4 haben wir auf dem Weltwärtsseminar im Februar kennengelernt. Mit Zino zusammen werde ich dann wahrscheinlich am 8. in den Urlaub nach Darjeeling(am Rande des Himalaya) starten, wo wir bis zum 20. bleiben und dann noch für eine Woche nach Kolkata gehen, wo wir uns mit mit Lorenz treffen und zu dritt ein Cricketspiel im Stadion sehen werden. Am 28. Mai bin ich dann planmäßig wieder hier in Semiliguda. Allerdings nur für ein paar Tage, denn direkt Anfang Juni geht’s noch mal für einen Monat in eine andere Organisation in Orissa... jeder einzeln! Ich gehe nach Pallahara, in den Norden Orissas, zur Organisation „Socio Economic Development Programme“(SEDP), die ähnlich wie WIDA mit Tribals arbeitet. Das wird noch mal eine ganz andere Erfahrung und auf jeden Fall freue ich mich sehr darauf. Je nach dem, wie gut es dann wirklich sein wird, werde ich dann Anfang oder Mittte Juli wieder zurückkehren auf den Campus, wo dann Dinge, wie Abschlussbericht schreiben, noch mal eine Woche Freunde in der naheliegenden Stadt Jeypur besuchen und Chikalmari besuchen, anstehen.
Aber ich will noch gar nicht so weit denken, denn ich werde hier jeden Tag genießen und mich auf anstehende Dinge konzentrieren. 
 
Auf Grund meines Urlaubs und meines einmonatigen Aufenthalts in Palalahara, kann ich auch noch nicht sagen, wie oft ich es im Mai und Juni schaffen werde zu schreiben, aber ich geb mein bestes, um euch auf dem laufenden zu halten und euch ein paar nette hochzustellen. 

PS: Ich werd die Urlaubsberichte vom ersten Urlaub nicht mehr nachreichen, ich denke es ist einfach interessanter und einfach wichtiger, wie mein Leben und die Arbeit aussieht! 

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