Dienstag, 19. Juli 2011

Turbulente Zeit - Juni & Juli

Es ist Mitte Juli und so langsam wird die Zeit knapp. Ich hab noch knappe 5 Wochen in Indien und viele Gedanken kreisen schon um Deutschland und die Zeit nach meiner Rückkehr. Trotzdem versuche ich aber immer noch so viele Erfahrungen, wie möglich, mit zurück zu nehmen. Die nächste Zeit ist deshalb auch schon relativ vollgepackt mit noch zu machenden Dingen.

Erst aber noch mal einen kleinen Rückblick auf meinen doch recht turbulenten Juni und die ersten Juli Wochen, die vor allem von vielen anstrengenden Zugfahrten geprägt waren.
Angefangen hatte ja alles mit meiner Heldentat, dem Passverlust, die mich gezwungener Maßen zurück nach Semiliguda geführt hat, da ich von dort ein Verlustdokument herbekommen musste. Dieser einfach klingende Prozess hat sich im Endeffekt auf zwei Wochen gezogen und mir viele Nerven gekostet. So bin ich dann auch mit schlimmsten Befürchtungen nach Kolkata gefahren, um dort, bei der Deutschen Botschaft, einen neuen Pass zu bekommen. Zum Glück hat dort eine ziemlich kompetente und nette Frau(nicht Inderin :P) alles in die Wege geleitet, weshalb ich nach einer Woche Aufenthalt auch mit neuem Pass und großer Erleichterung zurück nach Pallahara fahren konnte. Auf dem Weg hab ich dann noch einen dreitägigen Zwischenstopp in Bhubaneshwar, der Hauptstadt Orissas, gemacht, wo der Leiter von SEDP-Pallahara, Dhananjay Batabyal, wohnt. Mit seinem 24-jährigen Sohn, Sagar, hab ich ein paar Motorradfahrten durch die Stadt gemacht und ne coole Zeit gehabt. Er tickt schon ziemlich „europäisch“ und es war sehr unterhaltsam mit ihm, was vor allem auch daran lag, dass er, im Gegensatz zu vielen Indern seines Alters, die ich bisher getroffen habe, viele interessante Sachen zu erzählen hatte, insbesondere übers Collegeleben.
Nach den drei Tagen bin ich dann zusammen mit Dhananjay zurück nach Pallahara gefahren, wo ich in der folgenden Woche viele Dörfer besucht habe und mich viel über das Leben, die Probleme und die Entwicklung der letzten Jahre informiert habe. Leider hatte das neue Projekt, das eigentlich im Juli starten sollte noch nicht begonnen und es gab sehr wenig zu tun. Daher musste ich leider auch dort öfter mal Zeit überbrücken, wie ich es ja auch schon in Semiliguda ab und zu machen musste. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich halt auch daran und versucht das beste daraus zu machen. Gut war dabei vor allem, dass ich jeden Tag interessante Gespräche mit den Mitarbeitern hatte und so auch viel gelernt habe. Nach einer Woche ging es dann aber auch schon wieder zurück nach Semiliguda und ich war verdammt froh, wieder in MEINEM Bett zu pennen.
Seit meiner Ankunft habe ich mich viel mit der Planung der nächsten Wochen beschäftigt. Unter anderem geht es nächsten Montag noch mal für ne Woche zum Abschied nach Jeypore, zu unseren Freunden aus der Jugendgruppe der Kirche. Dann werd ich noch ein paar Tage nach Chikalmari(„mein Dorf“), und auch nach Chiklamari(„Lorenz&Berits Dorf“) fahren, wo wir beim Umbau der Schule helfen und schließlich geht es die letzten vier Tage dann nach Delhi, von wo ich am 26.8. zurück nach Deutschland starte.
Ich denke in den Tagen vor meiner Rückreise werde ich noch mal ein paar abschließende Worte für mein Jahr in Indien, als Abrundung für meinen Blog, finden.


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