Seit Mittwoch bin Ich wieder zurück von meinem einmonatigen Dorfaufenthalt in Chikalmari. Mir geht es super und es war eine geile Zeit!
Es war schon ein bischen traurig das Dorf nach einem Monat wieder verlassen zu müssen, aber die Freude die andern wieder zu sehen und einfach wieder hier zu sein war riesengroß. Bis morgen habe ich jetzt noch Zeit meine ganzen Berichte zu schreiben und noch etwas zu entspannen, bevor es dann wieder mit Arbeit weiter geht. Ab Mittwoch haben wir dann 12 Tage, in denen wir drei verschiedene WIDA Arbeitsgruppen/ -bereiche kennenlernen können. Die Themen sind Gesundheitsarbeit, Dokumentationsarbeit und Bildung(Bridge-Course-Camp). Danach haben wir dann zusammen mit Eberhard, unserem Verantwortlicher aus dem NMZ, und vielen anderen ein Seminar über Jugendliche und Demokratie. Wenn das dann um ist, ist ja bald auch schon Weihnachten... die zeit geht hier echt verdammt schnell rum!
Jetzt aber noch mal zu meinem Monat in Chikalmari. Das Dorf hab Ich euch oben in der Übersichtsleiste schon beschrieben, deswegen kann Ich hier gleich zu dem kommen, was ich gemacht hab.
Meine Hauptaufgabe während des Monats war das Bridge Course Camp. Falls ihr damit nichts anfangen könnt, erklär ich euch das mal eben kurz. Das BCC ist das Bildungsprojekt WIDAs und kümmert sich um Kinder, die die Schule aus verschiedenen Gründen abbrechen mussten. Die Kinder sind im Alter von 8 bis 15 und sind eingeteilt in eine 5th und eine 7th class. Im Camp bekommen sie alles, was sie brauchen und vor allem genug Nahrung und Wasser, was in anderen Schulen meistens fehlt. WIDA übernimmt alle Kosten für das eine Jahr, in dem ein Kind dort ist. In diesem Jahr werden die Kinder auf eine Prüfung vorbereitet, die sozusagen die Tür zu höherer Bildung aufschlägt. Es gibt 2 BCCs, eins hier direkt neben dem Campus(Mädchen) und eins in Chikalmari(Jungen), in denen insgesamt ca.100 Kinder ein ganzes Jahr leben. Ich hab die Jungen der 7th class in Englisch unterrichtet. War zwar ein wenig schwierig, weil manchmal auch kein Übersetzer da war, aber irgendwie gings und es hat Spaß gemacht. Nach der Schule hab ich dann oft auch noch mit den Schülern gespielt, meistens indisches Volleyball... bedeutet so viel wie Volleyball ohne Pritschen und ein wenig andere Handhaltung, ist aber trotzdem ganz witzig! War auch ziemlich lustig, dass sie immer den „ein-Hand-Schmetterschlag“ sehen wollten, lag wohl daran, dass sie selber alle zu klein sind (höchstens 1,75m) den zu machen :P … Neben den Sachen im BCC hab ich aber auch viel mit den Dorfbewohnern gemacht und viele Arbeiten ausprobiert. Das Leben in Chikalmari sieht so aus, dass die Bewohner abhängig sind von harter Landwirtschaft. Das heißt Handarbeit und keine Maschinen! Männer und Frauen machen ziemlich ähnliche Arbeit, nur Babybetreuung und Kochen machen meistens die Frauen. Der Tag startet morgens um 3-4 mit Getreide/Reis stampfen, was dank Licht durch Solaranlagen möglich ist(jedes Haus hat eine Lampe, die von 17Uhr bis 06Uhr an ist... sonst gibt’s keinen Strom). Um 5 geht’s dann aufs Feld bis zum Frühstück um 9. Dann geht’s von 10 bis so gegen 17 Uhr aufs Feld. Ich habe so ein paar Sachen mitgemacht, unter anderem Reisernte und Bohnen pflücken. Außerdem hab ich auch Feuerholz gesammelt, was ziemlich hart war. Das sieht nämlich so aus, dass du 1km vom Dorf einen wild zugewucherten kleinen Berg hochgehst, irgendwann stehen bleibst und mit der Mirakulix-Gedächnissichel loshackst! Mit dem fetten Bündel Stöcke auf der Schulter(Männer auf Schulter / Frauen auf dem Kopf mit Tuch dazwischen) geht’s dann den Kilometer zurück. Das machen die fast jeden Tag, wenn das Wetter mitspielt, denn sie brauchen das Holz zum Kochen, also für ihre Nahrung. Die weiteren Infos werd ich so die nächsten tage durchgeben...
Hab ja jetzt schon mit ein paar von euch wieder Kontakt gehabt und hoffe auch euch anderen geht’s gut! Mir geht’s auf jeden Fall super und ich freu mich auf die nächste Zeit!
Liebe Grüße an alle...
Schön, dass es Dir gut geht! :) Ist sicherlich kulturell alles ganz anders als hier in Norddeutschland. Viel Erfolg und alles Gute weiterhin!
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Nando